Die Marken der Häuser von Trancoso

Die mittelalterliche Villa Trancoso ist stark von der ehemaligen jüdischen Präsenz geprägt.

Die mittelalterliche Villa Trancoso ist stark von der ehemaligen jüdischen Präsenz geprägt. Während des Mittelalters verzeichnete diese Gemeinschaft einen bemerkenswerten wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg, was größtenteil der Veranstaltung des wichtigen Marktes feira de Trancoso zuzuschreiben ist. Im 15.Jhd betrug die Anzahl der in dieser Villa lebenden jüdischen Einwohner mehr als 500.Mit dem Zuwachs der Gemeinde mussten die Mitglieder sich später außerhalb des Judenviertels niederlassen. Noch heute vermögen es die alten Straßen von Trancoso, Sie in eine Zeit zu versetzen, in der man in der Beira hebräische Bräuche feierte.

An den Türschwellen sind die Hinterlassenschaften der Juden zu sehen: Zu den Zeichen zählen Kreuze, Davidsterne und hebräische Wörter. Starten Sie ihren Besuch bei den Portas d’El Rei, begeben Sie sich über die von neuchristlichen Marken gekennzeichneten Straßen Rua Corredoura und Rua São João in Richtung Judenviertel. In der Straße Rua da Estrela erscheint auf einem Sturzbalken das hebräische Wort “D’us”; während in der Straße Rua do Bandarra die Marke eines Kronleuchters zu sehen ist. Auf dem Platz Largo Luís de Albuquerque erwartet Sie das beeindruckendste jüdische Wohnhaus der Villa, die sogenannte Casa do Gato Preto.Die an dieser Stelle in Relief aufgetragenen Symbole des Löwen Judas und der Tore Jerusalems deuten an, dass dies die Residenz des Rabbiners (und möglicherweise auch die Synagoge der Gemeinschaft) war. Durchlaufen Sie anschließend die Straßen Rua da Alegria und Rua dos Mercadores, in denen sich religiöse Marken versteckt halten; oder durch die Rua dos Cavaleiros, in der der aus sechs Spitzen bestehende Stern auf jüdische Anwesenheit hindeutet. Beenden Sie ihre Reise an dem am Platz Praça D. Dinis gelegenen Haus, in dem sich in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, hinter einer Wand versteckt, eine Schriftrolle mit dem Gebet de Shemá von Israel befand.

Bevor Sie Ihren Besuch beenden, sollten Sie sich einen Sprung in das Centro de Interpretação da Cultura Judaica Issac Cardoso leisten, das im Herzen des ehemaligen Judenviertels errichtet wurde. Ziel dieses im Jahr 2012 gegründeten und vom Architekten Gonçalo Byrne gezeichneten Zentrums, in dem die moderne Synagoge Beit Mayim Hayim besonders hervorsticht (auf Deutsch: Brunnen der lebenden Wasser), ist es, den Besuchern die Vergangenheit der in der Beira lebenden jüdischen Gemeinschaften näher zu bringen und einen Raum für Kultur und Debatten zu schaffen.

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