Die Halbinsel Peniche zeigt in geologischer Hinsicht eine Abfolge von Schichten aus Karbonat-Sedimentgesteinen aus der Jurazeit, die auf kontinuierliche und einzigartige Weise etwa 20 Millionen Jahre portugiesischer geologischer Geschichte darstellen. Dramatische Landschaften aus einer anderen Welt, wie man sie noch nie zuvor gesehen hat und die atemberaubend sind. Ein einzigartiges Ökosystem, das Peniche zum besten Ort in Europa macht, um Zugvögel zu beobachten.

Untersuchungen legen den Schluss nahe, dass die Iberische Halbinsel im frühen Jura eine Insel war und dass die Gebiete, in denen heute Städten wie Coimbra, Lissabon und Peniche liegen, einst von Wasser bedeckt waren. Eine in Fels aufgezeichnete Geschichte, die bis zu den Anfängen des Jura (200 Millionen Jahre) und dem jüngsten „Leben“ des Blauen Planeten zurückreicht, als die Dinosaurier bereits die kontinentalen Gebiete besiedelten und die Iberische Halbinsel in der Nähe des nördlichen Teils des amerikanischen Kontinents lag.

Es handelt sich somit um das beste Vorkommen von Gesteinen dieser Epoche in Portugal, die vor 190 Millionen Jahren, also vor der Entstehung des Atlantischen Ozeans, begann.

Geologisch interessante Orte auf der Halbinsel von Peniche:

1.
Papoa
An der Nordküste von Peniche liegt eine kleine Halbinsel aus Kalkstein, die als die  Insel Papoa bekannt ist. Diese Felsformation hat eine karstähnliche Form und ist ein beliebter Angelplatz, von dem aus man auch schöne Ausblicke auf das Meer hat. Die kleine Insel Papoa markiert den Anfang des Baleal-Strandes, sie ist ein Zufluchtsort für Surfer, wenn der Wind aus Südost weht, und auch ein ausgezeichneter Ort zur Beobachtung von Seevögeln. Peniche ist der beste Ort, um Zugvögel in Europa zu beobachten, wie z.B.: die Kammscharbe (Phalacrocorax aristotelis), der Sterntaucher (Gavia stellata), die Lachmöwe (Larus atricilla), die Rosenseeschwalbe (Sterna dougallii).

2.
Praia do Portinho da Areia do Norte
Der Strand von Portinho da Areia do Norte ist ein hervorragender Platz, um von weitem das Berlengas-Naturreservat zu beobachten. Die kleine Sandfläche liegt in einer Bucht, nördlich davon liegt die Papoa-Halbinsel, die für die großen Wellen in ihrer Umgebung bekannt ist. An diesem Strand wurden am 2. Februar 1786 die Opfer des Schiffbruchs der San Pedro de Alcântara des Königreichs Spanien begraben.

3.
Ponta do Trovão und Praia do Abalo
Die Ponta do Trovão liegt im nördlichen Teil der Halbinsel Peniche über einer Felskante, flankiert von einem kleinen u-förmigen Strand, der Praia do Abalo. Die Klassifikation der Ponta do Trovão durch die International Union on Geological Sciences beschreibt „eine Abfolge von Schichten von Karbonat-Sedimentgesteinen aus der Jurazeit, die auf kontinuierliche und einzigartige Weise etwa 20 Millionen Jahre portugiesischer geologischer Geschichte aufzeichnen – zweifellos der beste Nachweis von Gesteinen dieses Alters in Portugal aus einer Meeresphase etwa 190 Millionen Jahre vor der Entstehung des Atlantischen Ozeans.“

4.
Von Remédios nach Kap Carvoeiro

Vom Aussichtspunkt Remédios bis zum Cabo Carvoeiro erstreckt sich eine Karstlandschaft von seltener Schönheit mit unterschiedlich großen Felsen, die Touristen oft als Zwischenstopp dienen. Dieser Teil der Küsten der Halbinsel Peniche ist ein hochwertiges Naturerbe mit besonderen landschaftlichen und geomorphologischen Eigenschaften.

5.
Gruta da Furninha
Die Furninha-Höhle an der Südküste der Halbinsel Peniche ist ein natürlicher Hohlraum, der in prähistorischer Zeit bewohnt war. In dieser heute am Meer gelegenen Höhle lebten zwischen dem mittleren Paläolithikum und dem Ende des Chalkolithikums Menschen. Die Höhle wurde sie 1880 von dem Forscher Joaquim Nery Delgado entdeckt. Dieses prähistorische Gelände, die als Wohn- wie als Grabstätte genutzt wurde, lieferte umfangreiche archäologische Funde: Knochen von mehreren Hominiden, nämlich des Homo sapiens (Neandertaler) und des Homo sapiens sapiens sapiens (heutiger Mensch), Spuren von Fauna aus der Quartärzeit (Fische und Säugetiere), Gebrauchsgegenstände wie Faustkeile, Pfeilspitze und polierte Steinäxte, aus Knochen hergestellte Gerätschaften und mehrere neolithische Keramikstücke (u.a. die berühmten Hängevasen von Gruta da Furninha).

Dieses archäologische Erbe ist auf mehrere Museen verteilt, darunter das Städtische Museum von Peniche.