Das Museum von Aveiro ist im ehemaligen Jesuskonvent des Dominikanerinnenordens untergebracht. Dieses Kloster, ein der ältesten in Aveiro, stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Es wurde von D. Brites Leitão und D. Mécia Pereira gegründet. Prinzessin D. Joana, Tochter von König D. Afonso V, ging 1472 in dieses Kloster und führte dort ein frommes Leben. Deshalb wurde sie 1693 selig gesprochen. Das Kloster wurde berühmt wegen der Verbindung zur Heiligen Prinzessin Joana und dem entsprechenden religiösen Kult.

Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert wurde das Gebäude vergrößert, verbessert und künstlerisch verfeinert. Das 19. Jahrhundert war geprägt von liberalen Idealen und deren weitreichenden Auswirkungen auf das religiöse Leben. Per Dekret ordnete Minister Joaquim António de Aguiar 1834 die Schließung der religiösen Orden im Königreich an. In den Männerklöstern wurde diese Anweisung umgehend umgesetzt, in den Frauenklöstern aber war die Klauser bis zum Tod der letzten Nonne erlaubt –  im Jesuskloster war dies im Jahr 1874.

1882 wurde das Gebäude dem Dritten Dominikanischen Orden übergeben, der es in einer Schule umwandelte. Mit der Einsetzung der Republik 1910 und wachsender religiöser Intoleranz wurde die Gemeinschaft des Kollegiums der heiligen Joana aufgelöst. Im gleichen Jahr wurde das Kloster geschlossen und die Jesuskirche als Nationaldenkmal eingestuft. Das Museum von Aveiro wurde 1911 im Kloster eingerichtet.

Das Museum von Aveiro ermöglich einen Rundgang mit zwei unterschiedlichen Schwerpunkten, die sich dennoch ergänzen: die monumentale Route und die Dauerausstellung.

Im Erdgeschoss des Klosters kann man den niedrigen Chor mit dem Grab der heiligen Joana der Prinzessin, die Kirche Jesu, den Kreuzgang mit seinen Kapellen, dem Kapitelsaal und dem Refektorium sehen.

Bemerkenswert ist die Jesuskirche, die mit einer prächtigen vergoldeten Schnitzerei und portugiesischen Kacheln („azulejos“) verziert ist. Diese Kirche ist auch ein ausgezeichnetes Beispiel für den Überschwang des Barockstils.
Die Hauptkapelle wurde von den Steinmetzen und Bildhauern António Gomes und José Correia und von dem Maler Manuel Ferreira e Sousa gestaltet.
Der innere Chor, in dem sich das Grab der Prinzessin Joana befindet, ist ein Meisterwerk barocker Kunst aus mehrfarbigem Marmor mit skulpturalen Elementen, die vom italienischen Stil beeinflusst wurden. Er wurde vom Hofarchitekten João Antunes entworfen.
Ebenso bemerkenswert sind der Kreuzgang aus dem späten 15. und frühen 16. Jahrhundert sowie das Refektorium mit Kanzel und den gefliesten Wänden.

Im Obergeschoss bietet der Kreuzgang Zugang zum Hochchor und den angrenzenden Andachtskapellen.

In der Dauerausstellung sind auch zwei Überreste des alten Klosters zu sehen: die Sala de Lavor und die Capela do Senhor dos Passos..

Besuchen Sie das Museum von Aveiro, das eine bedeutende Sammlung von Werken der Malerei, Bildhauerei, Schnitzerei, Fliesen- oder Goldschmiedekunst beherbergt. Lassen Sie die Stille dieses dominikanischen Klosters auf sich wirken und wandeln Sie durch die vielen von Gewölben und Kreuzgängen geprägten Räume.

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag: 10.00 – 12.30 | 13.30 – 18.00 Uhr
Geschlossen am Montag, Weihnachten, Ostern und am 1. Mai.