Die Universität von Coimbra ist der Inbegriff dessen, was Portugal Bestes aus den Bereichen der Wissenschaft, Kunst, Technik und Kultur zu bieten hat. Sie hat bereits sieben Jahrhunderte portugiesische Geschichte miterlebt und geschrieben. Wer Coimbra besucht, dem werden die eindrucksvollen Gebäude, die seit Jahrhunderten gepflegten studentischen Traditionen und die Dynamik in der Stadt auffallen. Coimbra befindet sich auf der konstanten Suche nach Perfektionierung und ist zudem bestrebt, das Renommee der Universitätsstadt zu halten und Coimbra zu einem der Hauptreiseziele Portugals zu machen.

Die Gründung

Die älteste portugiesische Universität, zugleich eine der ältesten und angesehensten Europas, wurde im Jahr 1290 auf Bitte des Königs D. Dinis und mit päpstlicher Erlaubnis von Papst Nikolaus IV errichtet. Die ursprünglich in Lissabon angesiedelte Universität war damals “Allgemeinen Studien” gewidmet und wurde nach mehreren Umzügen im Jahr 1308 nach Coimbra verlegt. Erst im 1537 ließ sie sich in dem vom König D. João III überlassenen und am Ufer des Mondego gelegenen Palast nieder.

Ein Besuch des Universitätsviertels

Obwohl es nur einen Teil des heutigen Universitätskomplexes ausmacht, bietet sich auf einem Hügel gelegene Universitätsviertel hervorragend als Startpunkt für einen Besuch an. Aus dem architektonisch heterogenen Zusammenspiel aus Gebäuden fallen einige imposante Monumente aus der Zeit des “Estado Novo” auf – vor allem aber Paço das Escolas oder der jährlich von ca. 200.000 Touristen aus aller Welt besuchte Campus Pátio da Universidade. Der Paço das Escolas vereint einige der symbolträchtigsten Gebäude der Stadt einschließlich der Joanina-Bibliothek, der Kapelle Capela de São Miguel, des Turmes Torre da Universidade, der Via Latina, der ehemaligen Schule Colégio de São Pedro und der Porta Férrea.

Der Turm der Universität von Coimbra

Der Paço das Escolas wird von einer der symbolträchtigsten Bauten Coimbras beherrscht, dem aus dem aus 18. Jahrhundert stammenden Turm mit seiner Uhr und den Glocken, die bis heute den Alltag des Studentenlebens prägen. Der Ursprung dieses Turms geht auf das Jahr 1537 zurück, als man seinen Bau beim Paço de D. João III vorgesehen hatte. Unter dem Vorwand “ohne Uhr gäbe es keine Ordnung”, gelang es der Universität, den Turm für sich zu gewinnen. Der im Volksmund “cabra” (Ziege) genannte Turm bekam von da an die Funktion, die Lernzeiten anzukündigen. Traditionsgemäß dürfen Studienanfänger am Abend nach Läuten der Glocken nicht mehr auf die Straße.

Die moderne Universität von Coimbra

Doch Geschichte und Tradition sind nicht alles: Neben dem Universitätsviertel im oberen Teil der Stadt verteilen sich die Institute der Universität Coimbras über mehrere Stadtviertel. Sie umfasst acht Fakultäten, eine Vielzahl an Forschungsinstituten, ein Interdisziplinäres Forschungsinstitut, ein Förderzentrum, das die Interaktion zwischen Studenten und dem Markt unterstützt, ein Universitätsstadium, Infrastrukturen für Studenten (Unterkunft, Mensa, Bars, Lese- und Lern, – und Gemeinschaftsräume) und die größte Akademie des Landes.

Wenn Sie die Universität besichtigen, sollten Sie diese besuchen:

  • Die aus zwei Gebäuden bestehende Biblioteca Geral: Das neuere Gebäude auf der Seite des Largo da Porta Férrea und die Joanina-Bibliothek.
  • Der im Jahr 1772 gegründete Botanische Garden Jardim Botânico da Universidade de Coimbra, der im Museu de História Natural integriert ist. Das Museumsgebäude wurde im Rahmen der von Marquês de Pombal durchgeführten akademischen Reform eingerichtet und im Jahr 1996 als Gebäude öffentlichen Interesses erklärt. Der nach und nach erweiterte Garten erstreckt sich heute auf ca. 13,5 Hektar.
  • Ziel dieses von der Universität unterstützten Museu Académico ist es, die Grundsätze des studentischen Lebens im Rahmen der Tradition und Geschichte der Stadt zu vereinen, beizubehalten und der Öffentlichkeit zu übermitteln.
  • Das Museu da Ciência besitzt mehrere auf interaktive Kommunikation ausgerichtete Räumlichkeiten und hat zum Ziel, die Wissenschaft einem aus allen Altersschichten bestehenden Publikum näher zu bringen. Zu den Exponaten zählen Sammlungen wissenschaftlicher Geräte der Universität Coimbra, aber auch diverse interaktive Versuche, an denen die Besucher beteiligt werden.
  • Das im Jahr 1961 eröffnete Teatro Académico de Gil Vicente, das der Förderung kreativer Kunst gewidmet ist und außerdem im Kulturleben von Coimbra und der näheren Umgebung einen sehr guten Ruf genießt.