Kunst und Kultur

Ferreira de Castro

Ferreira de Castro
Der 1947 erstmals veröffentlichte Roman „A Lã e a Neve” (Die Wolle und der Schnee) des renommierten portugiesischen Schriftstellers Ferreira de Castro ist eine inspirierende Reise durch die Landschaften und die Identität von Covilhã, der ersten Fabrikstadt Portugals. Das Land der Wolle und des Schnees, bewohnt von unermüdlichen Fabrikarbeitern, die den Mut haben, von einer besseren Zukunft zu träumen.

Dieser Roman, der während des Zweiten Weltkriegs spielt, zeichnet ein eindringliches Bild eines verarmten Landes, das von Diktatur und tief verwurzelten sozialen Ungleichheiten geprägt ist. „A Lã e a Neve“ ist ein bewegendes Zeugnis der kulturellen Identität der Bergregion Serra da Estrela und zugleich ein Meilenstein der portugiesischen Literatur. 

Die Geschichte folgt Horácio, einem Schäfer aus Manteigas, der davon träumt, eines Tages das Haus seiner Träume zu kaufen, um mit seiner Familie darin zu leben. Doch dann wird er Weber in einer Fabrik in Covilhã  und sieht sich mit der harten Realität des Arbeiterlebens konfrontiert.

Der Roman, der in den 1940er Jahren spielt, befasst sich mit den abgelegenen Bergen und den prekären Lebensbedingungen der Bergbewohner sowie mit der Blütezeit der Industrie- und Textilwelt in Covilhã, wo Arbeit zu einem wichtigen sozialen Bedürfnis wird. 

Ferreira de Castro konfrontiert uns mit der unermüdlichen Suche von Männern und Frauen nach besseren Lebensbedingungen – in der Hoffnung, dass die „neue Welt“, nach der sie alle streben, eines Tages Wirklichkeit wird.

Ein tiefer Einblick in den komplexen Kampf all jener, die nur dazugehören wollen. Es ist die Suche nach dem richtigen Platz in der Welt. 

Politische Cafés und antifaschistischer Widerstand  

Das Café Montalto im Zentrum von Covilhã, das dem Hotelier Artur de Campos gehörte, war der Treffpunkt der lokalen Bourgeoisie. Hier wurden Geschäfte abgeschlossen und Lobbyarbeit betrieben, doch zugleich war es ein Ort des politischen Widerstands gegen die Diktatur. 

Politische Versammlungen fanden im Café Montalto sowie in den nahe gelegenen Cafés Solneve und Leitão statt. In einem dieser Cafés schrieb Ferreira de Castro den in Covilhã angesiedelten Roman „A Lã e a Neve”.

Die Teilnehmer dieser antifaschistischen Treffen wurden im Café Montalto tatsächlich von den Angestellten von Artur de Campos gewarnt, dass die gefürchtete politische Polizei, die PIDE, vor Ort eingetroffen sei. 

In einer Stadt mit einer tief verwurzelten Industriegeschichte, die auch als „das portugiesische Manchester“ bekannt ist, ist es kein Wunder, dass Covilhã sehr bald starke demokratische Traditionen entwickelt hat. Die Stadt war eine Hochburg der Freiheit, des politischen Bewusstseins und des bürgerschaftlichen Engagements. 

Dir könnte auch gefallen