Inmitten der mittelalterlichen und zur Stadtmauer quer verlaufenden Straßen sind Anzeichen des ehemaligen Judenviertels von Penamacor zu sehen. Dieses nahe der Grenze gelegene und von Gualdim Pais gegründete Städtchen bot sich den Juden, die von den katholischen Königen im Jahr 1492 aus Spanien vertrieben wurden, als perfekter Zufluchtsort an.

Penamacor unterscheidet sich von anderen an der Grenze gelegenen Dörfern nicht unbedingt darin, dass dort Spuren des Judentums zu finden sind. Viel eher ist es dafür bekannt, dass es die Geburtsstadt einer der symbolträchtigsten Persönlichkeiten der europäischen Kultur des 18. Jahrhunderts ist, nämlich die des Arztes und Philosophen António Ribeiro Sanches die Rede. Als Neuchrist, dem vorgeworfen wurde, niemals dem Judentum abgeschworen zu haben, wurde er über Jahre hinweg von der portugiesischen Inquisition verfolgt. Er war Arzt der Katharina von Russland, und seine Schriften führten in der medizinischen Ausbildung in Portugal zu wesentlichen Entwicklungen.