Die Geschichte der portugiesischen Filigranarbeiten
Die ältesten auf der Iberischen Halbinsel entdeckten Filigranarbeiten stammen aus der Zeit zwischen 2000 und 2500 v. Chr. In Portugal wurden solche Stücke zwischen 1200 und 600 v. Chr. hergestellt. Sie könnten Händlern oder Seefahrern aus dem Nahen Osten gehört haben.
Während der römischen Herrschaft im 2. Jahrhundert v. Chr. begann man auf der Iberischen Halbinsel mit dem Bergbau, doch erst Tausende von Jahren später, im 8. Jahrhundert n. Chr., entwickelte und produzierte man in Portugal Filigranarbeiten.
Mit der Ankunft der Araber entstanden neue Muster und die Filigranarbeit auf der Iberischen Halbinsel begann, sich von der in anderen Teilen der Welt zu unterscheiden.
Die Hinweise auf die Goldschmiedekunst in Portugal im 11. und 12. Jahrhundert sowie die Kenntnisse über die damals hergestellten Stücke sind sehr begrenzt. Es ist jedoch bekannt, dass die Filigranarbeit eng mit der sakralen Kunst verbunden war. Dies ist auf die ausgeprägte religiöse Gesinnung im Mittelalter und den Einfluss der damals vorherrschenden romanischen und gotischen Architektur zurückzuführen.
Die portugiesische Goldschmiedekunst erzielte im 17. Jahrhundert bedeutende technische und ästhetische Fortschritte. Zu dieser Zeit entwickelte die portugiesische Filigranarbeit einen eigenen, unverwechselbaren Stil, der sich deutlich von anderen Formen der Filigranarbeit unterschied.
Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde die Filigranarbeit schließlich zugänglicher und beliebter. Sie war nicht mehr ausschließlich den kostbaren Objekten vorbehalten, für die sie bis dahin verwendet worden war. Ab dem 19. Jahrhundert entwickelte sie ein Eigenleben, insbesondere im Norden des Landes, vor allem in Porto, Gondomar und Póvoa de Lanhoso.
Die exquisiten Schmuckstücke aus portugiesischer Filigranarbeit sind das Aushängeschild Portugals!
Wie Filigran hergestellt wird
Bei der portugiesischen Filigranarbeit handelt es sich um ein durchbrochenes Muster aus feinen Gold- oder Silberfäden.
Dafür wird Gold eingeschmolzen und zu einem Barren geformt. Dieser wird durch eine Maschine gezogen, um einen sehr feinen Streifen zu erhalten, der als Wand oder Rahmen des zukünftigen Schmuckstücks dient. Dieser Rahmen wird dann mit weiteren Gold- oder Silberfäden ausgefüllt, wodurch das charakteristische Muster entsteht. Durch das Verflechten und Ineinandergreifen der Drähte entstehen kreisförmige Muster, die zu Produkten von unglaublicher Schönheit führen.
Die Elemente werden durch Erhitzen miteinander verbunden. Es kommt keine andere Technik zum Einsatz. Die Dicke des für die Filigranarbeit verwendeten Drahtes darf 0,22 mm nicht überschreiten.
Portugiesische Filigranarbeit wird von Hand gefertigt und erfordert viel Geduld und Erfahrung. Der Prozess ist sehr arbeitsintensiv, was die Produktion von Filigranarbeiten beschränkt.
Das Filigranmuseum in Gondomar
Das im Jahr 2022 eröffnete Filigranmuseum würdigt diese zeitlose Kunst. Es bewahrt und pflegt zugleich ein gemeinsames kulturelles Erbe.
Es ist mehr als nur ein Ausstellungsraum: Besucher können dort die Geschichte, das Talent und die Handwerkskunst der Gemeinschaften kennenlernen, die Gondomar seit dem 18. Jahrhundert zur Hauptstadt der Goldschmiedekunst gemacht haben. Indem es den Filigran-Meistern und den Frauen, die die Steine fassten, Tribut zollt, trägt das Museum dazu bei, dieses einzigartige Handwerk am Leben zu erhalten, das tief in der Geschichte und Identität der Gemeinde verwurzelt ist.