Die Prozession der Nossa Senhora da Agonia in Viana do Castelo
Die Prozession der Nossa Senhora da Agonia, die jedes Jahr im August in der malerischen Stadt Viana do Castelo im Norden Portugals stattfindet, gilt als eine der eindrucksvollsten Prozessionen des Landes und lockt über eine Million Besucher an. Die Feierlichkeiten finden im Jahr 2026 vom 15. bis zum 23. August statt.
Die Feste verbinden tiefe religiöse Hingabe mit einzigartigen heidnischen und ethnografischen kulturellen Ausdrucksformen.
- Die Mordomia-Parade: Hunderte von Frauen aus dem Minho ziehen in traditionellen Trachten aus Viana durch die Straßen, tragen kiloweise filigranen Goldschmuck um den Hals und zeigen ihren berühmten Stolz („chieira“).
- Salzteppiche: Am Vorabend des Festtags des Schutzpatrons bedecken die Einheimischen die Straßen der Ribeira mit prächtigen Teppichen aus buntem Salz, die mit Blumenmustern verziert sind.
- Prozession zum Meer: Am 20. August (einem lokalen Feiertag) tragen Fischer die Statue der „Nossa Senhora da Agonia“ zum Lima-Fluss und in reich geschmückten Booten hinaus aufs Meer.
- Ethnografische Prozession: Eine Prozession, die die Bräuche, Traditionen, alten Handwerksberufe sowie die landwirtschaftlichen und maritimen Traditionen der gesamten Region Alto Minho präsentiert.
- Gigantones und Cabeçudos: Riesige, bewegliche Pappmaché-Figuren, die zum lauten, rhythmischen Takt von Trommelkapellen durch die Straßen ziehen.
Die Feierlichkeiten zu Ehren der Nossa Senhora da Agonia reichen bis ins Jahr 1750 zurück.
Mordomia-Parade: Das Prädikat der „Chieira“
Tage der Vorbereitung sind nötig, bis man endlich bereit ist, auf die Straße zu gehen. Mehr als ein halbes Tausend Frauen – sorgfältig gekleidet, um die Geschichte der Frauen aus Viana do Castelo darzustellen – ziehen stolz durch die Straßen der Stadt, um während der Mordomia-Parade die wunderschönen traditionellen Trachten zu präsentieren.
In den Trachten der verschiedenen Dörfer der Region Viana do Castelo, mit einer Fülle von Gold um den Hals – viele davon sind Erbstücke, die Jahrhunderte zurückreichen –, stellen diese Mordomas die weltweit größte Freiluftpräsentation von Gold dar.
Dabei wird nicht nur viel Wert auf die Kunst des guten Kleidens gelegt, sondern auch auf die Anordnung des Schmucks, um das handwerkliche Können bei der Präsentation zu zeigen, die von früheren Generationen überlieferten Rituale zu befolgen und eine Tradition zu bewahren – eben, um mit Stolz zu paradieren. Ein ganz besonderer Stolz, der „Chieira“ genannt.