Kunst und Kultur

Die Saudade

Die Saudade
Stimmt es, dass das Wort „Saudade“ nur in der portugiesischen Sprache existiert? Die Antwort ist nicht ganz so eindeutig. Bereits im Jahr 1610 argumentierte der Grammatiker Duarte Nunes de Leão, dass „keine andere Sprache die Bedeutung von Saudade erklären kann“. Beschreibt dieses Wort ein Gefühl, das nur portugiesische Muttersprachler nachvollziehen können? 

Die Ursprünge

Die wahrscheinlichste Etymologie ist lateinischen Ursprungs und geht auf das Wort „solitate“ zurück, aus dem „soidade“ hervorging – ein Wort, das im Galicischen noch immer gebräuchlich ist –, das wiederum in Anlehnung an „saúde“ (Gesundheit) zu „saudade“ wurde; möglicherweise fand ein Prozess der literarischen Weiterentwicklung und Festigung des Begriffs statt. Im Galicischen bedeutet „saudade“ „das tiefe Gefühl des Verlusts oder die tiefe Sehnsucht nach etwas, das in der Vergangenheit erlebt wurde und als erstrebenswert gilt“.

Das Wort „saudade“ taucht zum ersten Mal im „Cancioneiro da Vaticana“ auf, einer Sammlung aus dem 13. Jahrhundert, die über tausend Lieder galicisch-portugiesischer Minnesänger umfasst, die für Könige, Adlige oder das Volk auftraten. Das Wort bezeichnete das Leiden, das durch die Abwesenheit eines geliebten Menschen verursacht wurde. 

König D. Duarte, der „Philosophenkönig“ (1391–1438), behauptete, das Wort „Saudade“ existiere nur im Portugiesischen und gehöre dem Herzen an. Es sei die Sehnsucht nach dem geliebten Menschen, der nicht mehr da sei.

Ein 1925 veröffentlichtes Chronikbuch von Júlio Dantas, „Abelhas Doiradas“, vermittelt uns eine Lektion über dieses Wort, das von Verliebten und Dichtern so geschätzt wird. Eine der schönsten Chroniken des Buches trägt den Titel „A Saudade“: „ein Wort, das zu singen, zu pochen und zu weinen scheint“. 

Álvaro de Campos, one of the heteronyms of Fernando Pessoa, on his "Maritime Ode", beautifully defined the word: "toda a saudade é um cais de pedra", meaning "every "saudade" is a stone quay", alluding to the Portuguese Discoveries and the longing for the lost greatness of the Portuguese empire. 

"Saudade" stands for a certain kind of nostalgia, a longing for something or someone that will never come back. A permanent feeling of emptiness. The past becomes a place of (be)longing. 

Andere Verwandte von „Saudade“

So enttäuschend es für die portugiesischsprachige Welt auch sein mag, gibt es in anderen Sprachen sehr nahe Verwandte des Wortes „saudade“, nämlich: „saudade“ auf Galicisch; „dor“ auf Rumänisch; „stesk“ auf Tschechisch; „natzukashii“ auf Japanisch; „añoranza“ auf Spanisch; „Sehnsucht“ auf Deutsch; „inanguôró“ in der indigenen Sprache der Guaná oder Chané; „söknudur“ auf Isländisch; „enyorança“ auf Katalanisch; „hanîn“ auf Arabisch oder „hiraeth“ auf Walisisch.

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