Tomar ist die weltweit bedeutendste Stätte in der der Geschichte der Tempelritter, da sich hier eine majestätische Burg und eine Kirche befinden, die weitestgehend erhalten sind. Der Templerorden existierte von 1118 bis 1307, bis der Papst seine Auflösung anordnete und sein Eigentum konfiszierte.

In Portugal regierte damals König D. Dinis, der dem päpstlichen Befehl zur Auflösung zwar folgte, aber die Güter des Ordens für den Staat beanspruchte und den Christusorden gründete. So blieben die Tempelritter in Portugal. Hundert Jahre später, 1415, fand die Eroberung Ceutas statt, Prinz Heinrich der Seefahrer wurde Großmeister des Christusordens und lebte mehr als ein Jahrzehnt lang in Tomar. Hier brachte er seine Entdeckungen zu Papier.

In Tomar gibt es neben dem Christuskloster weitere Zeugnisse des Einflusses der Tempelritter – etwa den Wald Mata dos Sete Montes, in dem der Überlieferung nach Initiationsrituale stattfanden, und die Kirche Santa Maria do Olival – das antike römische Sellium, das D. Afonso Henriques nach seiner Rückkehr von den Kreuzzügen dem Meister Gualdim Pais überschrieb.

Die Altstadt von Tomar wurde nach der Vision von Infante D. Henrique geplant und inspirierte mit ihrer schachbrettartigen Struktur auch andere portugiesische Städte wie Angra do Heroísmo und Lissabon. Das Zentrum der Innenstadt bildet ein Platz mit der Statue von Gualdim Pais zwischen dem Rathaus und der Kirche St. Johannes des Täufers.

In der Rua Joaquim Jacinto, der alten Rua Nova, parallel zur Rua Corredoura, befindet sich das jüdische Viertel aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Es ist das älteste in Portugal und wurde mit viel Geschick zu einem Museum umgebaut.